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Erdwärme

Als Erdwärme wird die Wärme bezeichnet, die im oberen, zugänglichen Teil der Erdkruste gespeichert ist. Die Erdwärme kann durch Wärmepumpen direkt zum Heizen genutzt werden. Aber auch zur Erzeugung von elektrischem Strom oder in einer Kraft-Wärme-Kopplung kann Erdwärme genutzt werden. Die ingenieurtechnische Beschäftigung mit der Erdwärme sowie ihre Nutzung und auch die wissenschaftlichen Untersuchungen in diesem Bereich werden als Geothermie bezeichnet.

Die Erdwärme besteht 30 bis 50% aus Restwärme aus der Entstehungszeit der Welt und 50 bis 70% aus radioaktiven Zerfallsprozessen. Diese erzeugen bis heute seit Millionen von Jahren Wärme. Im inneren Erdkern beträgt die Temperatur 4500 bis 6500 Grad Celsius. Bereits in einem Kilometer Tiefe herrschen Temperaturen von 35 bis 40 Grad Celsius. Wobei es in Vulkannähe auch schnell 100 Grad Celsius sein können. Die Bereiche mit höheren Temperaturen werden weltweit zur Erzeugung von Strom genutzt.

Bei der Energieerstellung entstehen Dämpfe mit einem enormen Schwefelgeruch. Während die Dämpfe früher nach der Nutzung in die Luft entlassen wurden, werden die abgekühlten Fluide heute in die Lagerstätte zurückgepumpt. Negative Umwelteinflüsse werden so vermieden und die Produktivität in der Lagerstätte verbessert sich, da ein höheres Druckniveau erreicht wird.

Die Erdwärme ist eine Energiequelle, die langfristig genutzt werden kann. Die Erde speichert, Schätzungen zufolge, soviel Wärme, dass der derzeitige weltweite Energiebedarf für mehr als 100.000 Jahre gedeckt ist. Verwendet wird die Erdwärme zum Heizen und Kühlen von Gebäuden und zur Warmwasserbereitung. Hierbei sind sog. Wärmepumpen notwendig. Mit solchen Pumpen kann die Erdwärme auch für das Eisfreihalten von Brücken und Straßen verwendet werden. Erdwärme eignet sich genauso gut zur Erzeugung von Strom. 1913 wurde in der Toskana das erste Kraftwerk für Erdwärme erbaut, dass heute mehr als 400 MW Strom in das italienische Energienetz liefert. Die Nutzung von Erdwärme ist auch in Deutschland schon sehr weit verbreitet.

Im Jahre 2006 wurden ca. 28.000 neue Anlagen installiert. Jedoch steht die Stromerzeugung noch ganz am Anfang. Bisher gibt es bundesweit nur ein Kraftwerk, dass Strom aus Erdwärme produziert. 2007 sollen jedoch drei weitere Kraftwerke ans Netz gehen. In Deutschland könnte durch die Erdwärme 29% der benötigten Wärme bereitgestellt werden.


Geothermische Feldtests in Tibet. – Bildquelle
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